Vorsicht Zucker

Vorsicht Fruchtzucker
Ein Rohkost-Irrtum

Vorsicht Fruchtzucker
Ein Rohkost-Irrtum

Kannst Du so viel Rohkost-Desserts essen, wie Du willst?

Ja, aber zu viel Fruchtzucker (auch vegan & roh) ist gesundheitlich ungünstig.

Rein pflanzliche Rohkost ist doch gesund. Also kann man doch bestimmt fünf Rohkost-Desserts nacheinander essen – soviel, wie man möchte, oder?

Klar darfst Du das. Aber ist das auch bei Rohkost-Desserts, Kuchen oder Eis – so pauschal – eine gute Idee? Eher nicht. Ich bedauere das selbst. Es wäre wundervoll 😊.

Bei fast allen anderen Rohkost-Gerichten (und der schleimfreien Heilkost nach Ehret) ist es tatsächlich wahr: Du kannst eine Menge essen. Ohne große Folgen (außer einem vollem Bauch).

Bei Trockenfrüchten, Obstsäften und Desserts ist das als einziges definitiv NICHT so.

Es kommt bei diesen beiden Kategorien sehr auf das einzelne Rezept und das richtige Maß an.

Daher gelten all die folgenden Hinweise sinngemäß für Trockenfrüchte, Desserts, wie auch für Obstsäfte.

Süßspeise
Rohkost-Süßspeisen, Kuchen und Eis sind lecker. Sind sie auch gesund? Auf das richtige Maß kommt es an.

Ich will Dir bestimmt nicht Deine Nachspeisen (oder Säfte) vermiesen. Du findest nirgends gesündere als bei der Rohkost.

Ich möchte Dir einen folgenschweren Irrtum ersparen, den ich selbst einige Jahre unterlag:

Nämlich, dass Du so viel (Frucht-)Zucker essen kannst, wie Du willst, solange er nur aus veganen und rohköstlichen Zutaten stammt. Das ist definitiv keine gute Idee.

Deine Zähne werden es Dir danken!

All das Gesagte gilt immer nur für unmäßiges Übertreiben. Maßvoller Genuss von Desserts ist unbedenklich.

Natürlich sind Rohkost-Nachspeisen entschieden gesünder als herkömmliche:

  • deutlich weniger Kalorien
  • keine Transfette
  • kein Industriezucker
  • glutenfrei
  • keine klebrigen/Schleim bildenden Inhaltsstoffe
  • rein pflanzlich, keine Milchprodukte
  • kein Soja
  • keine Chemie (E-Zusatzstoffe, Geschmacksverstärker, Farbstoffe)
  • mehr Vitamine, Mineralien, sekundäre Pflanzenstoffe
  • oftmals Basen-bildend, anstatt Säure-bildend

Dennoch empfiehlt es sich, auch damit ein vernünftiges Maß zu halten – wenn Du keine unschönen Folgen haben willst.

Damit Du eine Einschätzung bekommst, stelle ich Dir in allen Rezepten Nährwert-Angaben zur Verfügung. Dann kannst Du den Zucker-Anteil jedes Rezeptes ablesen.

Was ist also das Problem?

Auch die Rohkost-Desserts enthalten (Frucht)-Zucker. Teilweise enthalten sie pflanzliche Fette, wie aus Avocados. Ansonsten würden sie nicht so gut schmecken. Zucker+Fett macht uns einfach glücklich.

Ohne Zucker ist es halt kein Dessert – ansonsten wären Eiswürfel ein Dessert.

Pürierte Tomaten sind kein Dessert. Pürierte Mangos oder Erdbeeren schon eher. Warum? Weil sie leckeren Fruchtzucker beinhalten (und ausgewogene Säuren).

Es kommt also auf den Zucker an. Den erhalten wir aus den Früchten, oder bei manchen Rezepten aus Trockenfrüchten wie Datteln oder Rosinen, die wir mit pürieren.

Zu viel Fruchtzucker bewirkt aber eine heftige, schnelle Insulinreaktion im Körper – ähnlich wie durch Industriezucker. Ist diese zu stark und zu häufig, ist das eine potentielle Grundlage für alle möglichen Gesundheitsprobleme.

Bei Obstsaft ist dieser ungünstige Effekt sogar noch stärker. Hier bremsen keine Faserstoffe mehr den schnellen Übergang des Zuckers ins Blut. Das gibt eine heftige, ungesunde Insulinspitze.

Rohkost Obstsaft
Zu viel Fruchtzucker im Obstsaft gibt – genau wie bei Desserts – eine ungesunde Insulinausschüttung.

Letztlich sind unsere heutigen Früchte stark auf Süße gezüchtet. Daher gilt auch der Hinweis von manchen Rohköstlern nicht, es sei „alles doch aus der Natur“. So ein süßes Obst gibt es in der freien Natur nicht. Es ist eine Schöpfung des Menschen. Durch Jahrhunderte der Zuchtwahl auf viel Zucker und wenig Fasern und damit auf Insulinspitze „optimiert“.

Trockenfrüchte pur sind extrem süß und leider fast so ungesund wie Bonbons. Daher wäre ich auch mit Datteln, getrockneten Feigen, Rosinen und den Rezepten für Energiekugeln maßvoll.

Süßer Obstsaft ist ebenfalls eine unnatürliche, menschliche Erfindung. Da er keine Fasern beinhaltet, schlägt er voll ein. Daher gilt leider:

Zu viel Fruchtzucker ist schlecht für Deine Zähne und Deine Gesundheit.
Auch, wenn es roh und vegan ist.

Beispiel Zähne: Glaubst Du, dass Rohköstler damit keine Probleme haben? Viele, die ich persönlich kenne, haben damit definitiv welche. Sogar oft größere, als der Normalesser. Da sie wenig Stärke aufnehmen (weil nichts erhitztes), essen sie häufig viel mehr (Frucht)zucker.

Wenn Du jedoch vernünftig und maßvoll bist, sind Rohkost-Desserts, -Kuchen und -Eis gar kein Problem. Auch ein Obstsaft oder Studentenfutter nicht.

Also genieße gerne die leckeren Nachspeisen und Säfte. Die Rohkost bietet definitiv die gesündesten.

blank
Michael
Begeisterter (Roh-)Koch seit 2006. Baut gerne Gemüse und Obst für die Familie an. 25 Jahre selbständiger Webdesigner und Blogger. Verbringt seine Freizeit gern mit Wandern, Kraftsport und argentinischem Tango.
 
icon-angle icon-bars icon-times